Auch heuer fand die Härtewanderung der Wiener Kolonne Transdanubia, die mittlerweile 53., wieder unter Vöcklabrucker Beteiligung statt. Dieses mal begaben sich gleich vier Leiter aus unserer Gruppe auf den Weg nach Wien, um, unterstützt von drei altbekannten Mitstreitern aus Gmunden beziehungsweise Wien 87/B7, sich der Herausforderung HW zu stellen.

Babsi, David, Fuxi, Bergi, David, Julia, Klausi
Los ging es mit einer längeren Busfahrt ins Ungewisse, der Ausgangspunkt und das Ziel der Härtewanderung sind nämlich den Teilnehmern gänzlich unbekannt. Den Ausgangspunkt gilt es bei Verlassen des Busses selbstständig auf der Karte zu lokalisieren, die Etappenziele, sowie der Biwakplatz, müssen von Station zu Station erarbeitet und errechnet werden. Vorher galt es die Fahrtzeit gefühlt etwas zu verkürzen und die grauen Zellen für die kommenden Herausforderungen mit einem kleinen Quiz etwas vorzuwärmen.

Nachdem wir dies und die umso wichtigere Tätigkeit der Speisenauswahl für das Abschlussessen im Wirtshaus erledigt hatten, wurden wir in der Nähe von Ybbs jäh aus dem Bus geworfen. Dort wartete sogleich die erste Station, der jedoch eine englische Inspektion vorausging, bei der nach verbotenen oder geschmuggelten (als Zusatzaufgabe galt es rohe Spaghetti unentdeckt bis zum Biwakplatz zu schmuggeln) Gegenständen gesucht wurde. Außerdem sind so gut wie alle technischen Hilfs- und Ausrüstungsmittel wie Handy, Taschenlampen, et cetera untersagt. Selbst mitgebrachtes Essen ist nicht erlaubt. Unsere heiße Ware blieb dabei glücklicherweise zum Großteil unentdeckt. Anschließend bekamen wir die erste Zielansprache, um die nächste Station auszumachen. Nur bewaffnet mit einer gemeinerweise komplett unbeschrifteten Karte und einer Bussole, mussten wir zuerst die Entfernungsangaben umrechnen und dann den nächsten Zielpunkt ausmachen. Kurz darauf waren wir auch schon, vor Motivation strotzend, auf unserem Weg.

Der Ablauf der HW war in diesem Jahr lose an das Brettspiel Trivial Pursuit angelehnt, wobei jeder Kategorie des Spiels einer der acht Schwerpunkte zugeordnet wurde, und bei jeder Station wurde einer dieser quasi abgearbeitet. So war bei unserer zweiten Station Kreativität gefragt (passend zum Schwerpunkt Schöpferisches Tun). Die Aufgabe war einer dem Bild abgewandten Person einen bestimmten Bildausschnitt zu beschreiben, damit diese dann besagten Bildausschnitt auf Papier bringt. Das Ergebnis war dabei dann auch ganz passabel, wenn dies auch wohl großteils nur den guten Zeichenkünsten von Babsi zu verdanken ist.

Und weiter ging’s in Richtung Sonnenuntergang…

Mit einbrechender Dunkelheit wurde dann natürlich auch die Orientierung immer schwieriger. Zudem war das einzig erlaubte Leuchtmittel eine, zwar exzellent funktionierende, jedoch für sieben Personen im Gänsemarsch immer noch nicht ausreichende, selbstgebaute Dynamo-Lampe. So wurde aus einem vermutlich gemütlichen Spaziergang am helllichten Tag stellenweise eine anspruchsvolle und abenteuerliche Wanderung. So zum Beispiel als wir uns plötzlich in einer Klamm über einem reißenden Bach wiederfanden und dann auch noch das Geländer plötzlich aufhörte.

Insgesamt stellte die Wanderung jedoch auch in der Nacht für erfahrene Pfadfinder und großteils Härtewanderungsserienbegeher wie uns keine großen Probleme mehr dar. Selbst eine kraftraubende Passage durch die hügeligen Wälder des Yspertals war da im Rückblick keine Herausforderung.


Selbstverständlich etwas erschöpft und nach der doch unnötigen letzten Station vor dem Nachtlager zugegeben noch etwas entnervt, aber mit einer fabelhaften Gehzeit erreichten wir mit Respektabstand als erstes Team den Lagerplatz für die zugegeben immer noch kurze Nacht. Sogleich wurde ein Feuer entzündet, deliziöse, wenn auch leicht versalzene Spaghetti aglio e olio verspeist und ein Biwak aufgeschlagen. Gegen halb vier zogen wir uns dann zufrieden mit unserer Leistung in unsere Schlafsäcke zurück.


Am nächsten Tag wurden wir zeitig geweckt, waren aber durch unseren Schlafvorsprung schon nach kurzem wieder voller Tatendrang. So auch bei der Wassertransport-Challenge die uns frühmorgens erwartete und zugegebenermaßen gleich noch zusätzlich gehörig die Motivation aller Beteiligten ankurbelte.


Das Ergebnis des Staffellaufs war dann zugleich die Startreihenfolge vom Lagerplatz für die Gruppen. Da wir dabei nur im Mittelfeld gelandet waren, machten wir uns ganz entspannt daran unser Lager abzubrechen, unsere Spuren zu beseitigen und alles wieder in unnseren Rucksäcken zu verstauen, um dann das Feld von hinten aufzurollen.

Mit der Gemütlichkeit war es dann schnell wieder vorbei. Nach Ausmachen des Zielpunktes waren wir wieder unterwegs, als wären wir gerade aus dem Bus gestiegen. Keine große Spur von Müdigkeit von 4 Stunden Schlaf oder den abgespulten nächtlichen Kilometern. Die Geländebeschaffenheit war zwar anspruchsvoll, sprich steil, spielte uns Hochlandbewohnern aber doch eher in die Hände und beim langen Anstieg Richtung Peilstein ließen wir so manche andere Gruppe die vor uns gestartet war hinter uns.

Der zweite Tag war dann insgesamt recht gemütlich. Keine zehn Kilometer und zwei gutmütige Stationen trennten uns vom Ziel unserer Träume (Schweinsbraten und Schnitzel) und so saßen wir dann auch keine drei Stunden nach dem Aufbruch bereits im Gasthaus und genossen unsere wohlverdiente Stärkung, in flüssiger genauso wie fester Form, und die mehr als erfolgreiche Absolvierung einer weiteren Härtewanderung.



